Danilo · Aktualisiert 2026-09-12 · Quellen: Obligationenrecht Art. 262 (fedlex, Untermiete); Obligationenrecht Art. 266a-266f (fedlex, Kündigung befristeter und unbefristeter Mietverhältnisse); ch.ch (Mietrecht)

Zwischenmiete, Wohnungstausch, WG-Zimmer – wenn ein Inserat nicht mit Ihrem Zuhause vergleichbar ist

Sie haben ein günstiges Inserat gefunden, aber etwas an der Beschreibung passt nicht recht ins Bild: "Zwischenmiete bis Ende Jahr", "Tausch gegen 3-Zimmer-Wohnung in Zürich" oder "Zimmer in bestehender WG frei". Bevor Sie eine solche Miete mit Ihrem heutigen Zuhause vergleichen, lohnt sich ein zweiter Blick. Das Inserat ist nicht falsch. Es bietet nur etwas anderes an, als der erste Blick vermuten lässt.

Vier Sonderfälle: Zwischenmiete, Tausch, WG-Zimmer, Möblierung

Zwischenmiete (befristete Untermiete). Der Hauptmieter vermietet seine Wohnung für eine begrenzte Zeit weiter, meist weil er selbst vorübergehend abwesend ist (Auslands- aufenthalt, Sabbatical). Rechtlich ist das eine Untermiete: Nach Art. 262 OR braucht der Hauptmieter dafür die Zustimmung seines eigenen Vermieters. Der Vermieter darf diese Zustimmung nur verweigern, wenn der Mieter sich weigert, die Bedingungen der Untermiete offenzulegen, wenn diese Bedingungen im Vergleich zum Hauptmietvertrag missbräuchlich sind, oder wenn dem Vermieter daraus wesentliche Nachteile entstehen. Als Untermieter lohnt es sich zu fragen, ob diese Zustimmung überhaupt vorliegt. Ohne sie ist die Untermiete nicht durchsetzbar, und der Hauptmieter haftet dafür, dass Sie die Wohnung nicht anders nutzen, als es ihm selbst erlaubt ist.

Wohnungstausch. Zwei Haushalte tauschen ihre Mietverhältnisse, meist um Kündigungs- fristen oder eine höhere Neuvermietungsmiete zu umgehen. Ein Umzug in eine freie Wohnung genügt dafür nicht: Beide Vermieter müssen dem Wechsel des Vertragspartners zustimmen. Dass sich zwei Parteien einig sind, reicht für einen Wohnungstausch nicht aus.

Ein Zimmer in einer bestehenden WG. Das Inserat kann trotzdem "Wohnung" als Objektart führen. Das Feld beschreibt die Art der Liegenschaft und nicht, wie viel davon zur Vermietung steht; ein Vermieter, der ein einzelnes Zimmer einer WG anbietet, füllt es wahrheitsgemäss mit "Wohnung" aus. Der Hinweis darauf steht deshalb, wenn überhaupt, im Fliesstext: "Mitbewohner gesucht", "Zimmer in WG", "WG-Zimmer frei".

Möblierte Wohnungen. Eine möblierte Wohnung ist oft teurer pro Monat als eine unmöblierte gleicher Grösse, weil im Preis Möbel, Geschirr und teils auch ein kürzerer Mietvertrag mitgerechnet sind. Die Angabe stimmt; der Vergleichsmassstab ist ein anderer. Wer eine möblierte Zwischenmiete gegen die eigene, unmöblierte Dauermiete stellt, überschätzt die tatsächliche Kostendifferenz.

Warum die Miete allein hier in die Irre führt

Zügles Vergleich rechnet mit der Netto- oder Bruttomiete der ganzen Wohnung gegen Ihre heutigen Gesamtkosten. Das ist die richtige Rechnung für eine reguläre Wohnung, die Sie ganz beziehen. Bei einem WG-Zimmer trägt sie nicht: Sie zahlen nur Ihren Anteil an der Miete. Ein Vergleich, der die volle Wohnungsmiete gegen Ihr heutiges Zuhause stellt, zeigt deshalb eine viel zu hohe Zahl und macht das WG-Zimmer unattraktiver, als es ist. Bei einer Zwischenmiete oder einem Wohnungstausch liegt die Verzerrung anders: Die Zahlen mögen stimmen, doch der Vergleich unterstellt eine Dauerlösung, während Sie nach Ablauf der Frist erneut umziehen müssten. Ein Kostenvergleich, der diesen zweiten Umzug nicht mit einrechnet, ist unvollständig.

Wie Zügle das anzeigt: kennzeichnen statt ausschliessen

Wenn Flatfox ein Inserat strukturiert als befristet, als Tausch oder als möbliert deklariert, ist das für Zügle eine gesicherte Tatsache aus dem Portal. Bei Homegate und bei eingefügten Inseraten gibt es solche Felder nicht. Dort erkennt Zügle solche Angaben nur aus Formulierungen im Text ("Zwischenmiete", "WG", "Mitbewohner gesucht"), und das bleibt ein Hinweis, nie eine gesicherte Tatsache. Eine Tatsache, die das Portal selbst verneint (zum Beispiel "möbliert: nein"), sticht einen Text-Hinweis nicht, der in eine andere Richtung zeigt. Ein Hinweis auf ein WG-Zimmer wird aber nie einfach verworfen, nur weil das Portal "Wohnung" als Objektart einträgt, denn das Feld beantwortet eine andere Frage als "wie viel davon wird vermietet".

Zügle zeigt den passenden Vermerk in beiden Fällen oberhalb der Zahlen im Vergleich, bevor Sie die Differenz lesen. Eine Fussnote nach den Zahlen käme zu spät. Das Inserat wird deswegen nicht aus dem Vergleich oder aus einer Rangliste entfernt: Die Zahlen sind real, und ein Vermerk sagt "das hier ist nicht direkt vergleichbar", er sagt nicht "ignorieren Sie dieses Inserat". Sie sehen also weiterhin Miete und Steuerdifferenz, dazu die Information, dass die Grundlage eine andere ist als bei einer regulären Dauermiete.

Einstellungen: WG-Zimmer, Zwischenmiete, Tausch und möblierte Wohnungen ausblenden

Wenn Sie grundsätzlich keine befristeten Mietverhältnisse, keinen Wohnungstausch, kein WG-Zimmer oder keine möblierte Wohnung sehen möchten, lässt sich das in den Einstellungen festlegen, getrennt für jede der vier Eigenschaften. Ist eine davon auf "nicht akzeptabel" gestellt, blendet die Rangliste ein Inserat aus, sobald das Portal diese Eigenschaft ausdrücklich bestätigt (zum Beispiel Flatfox' eigenes Feld für "befristet").

Ein Inserat, das dazu gar nichts sagt, wird nicht ausgeblendet. Sagt kein Feld und kein Text etwas über eine befristete Dauer, einen Tausch oder Möblierung, gilt das als unbekannt und nicht als "nein". Sonst würde ein Vermieter, der diese Angabe schlicht nicht macht, automatisch bevorzugt gegenüber einem, der ehrlich "befristet" ankreuzt. Nur eine bestätigte Angabe schliesst aus; Stille schliesst nie aus.

Beim WG-Zimmer gilt eine Ausnahme, weil kein Portal das strukturiert meldet: Haben Sie "kein WG-Zimmer" eingestellt, verwirft Zügle ein Inserat auch schon dann, wenn der Text selbst deutlich darauf hindeutet ("Mitbewohner gesucht" und Ähnliches). Hier darf der reine Text-Hinweis ausnahmsweise ausschliessen, weil sonst genau die Inserate, für die diese Einstellung gedacht ist, nie gefiltert würden. In der Rangliste bleibt der Unterschied sichtbar: Ein durch einen Text-Hinweis verworfenes Inserat zählt als "WG-Verdacht", nicht als bestätigtes WG-Zimmer.

Was diese Einstellung nicht prüft

Inserat und keine Zügle-Einstellung. Das lässt sich nur direkt beim Vermieter oder Hauptmieter erfragen.

keine geprüfte Tatsache. Lesen Sie das ganze Inserat, bevor Sie sich entscheiden. Mehr dazu, wie Zügle Inseratstexte generell liest und wo die Grenzen liegen, steht im Beitrag Ein Inserat kritisch lesen.

nicht in Zügles Daten. Das regelt einzig der Mietvertrag.

Selbst durchrechnen

Tragen Sie ein Inserat mit den Einstellungen ein, die zu Ihrer Situation passen, und lassen Sie Zügle zeigen, ob und mit welchem Vermerk es vergleichbar ist:

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