Danilo · Aktualisiert 2026-09-29 · Quellen: ESTV Steuerdaten 2026 (via Zügles Steuer-Cache); BFS-Mietstatistik (Basis siehe unten)
Kanton Schwyz oder Kanton Zürich? Was dasselbe Einkommen wirklich kostet
"Zieh doch nach Schwyz, da sind die Steuern tiefer": Der Satz stimmt fast immer, doch wie viel tiefer, hängt stark davon ab, in welche Gemeinde man genau zieht. Dieser Beitrag vergleicht dasselbe Bruttoeinkommen von CHF 130'000 in vier Gemeinden am linken Zürichseeufer und im Kanton Schwyz (Freienbach, Lachen, Einsiedeln, Schwyz) gegen drei Gemeinden im Kanton Zürich (Zürich, Winterthur, Uster), für eine alleinstehende Person und für ein Ehepaar mit zwei Kindern.
Die Steuerzahlen für die sieben Gemeinden
Alle Zahlen stammen aus Zügles Steuer-Cache für das Steuerjahr 2026 und sind exakte Werte für das jeweilige Profil und die jeweilige Gemeinde, keine Schätzung und kein Kantonsmittel.
| Gemeinde | Kanton | Alleinstehend, CHF 130'000/Jahr | Verheiratet, 2 Kinder, CHF 130'000/Jahr |
|---|---|---|---|
| Freienbach | SZ | CHF 9'216 | CHF 3'477 |
| Lachen | SZ | CHF 11'229 | CHF 4'381 |
| Einsiedeln | SZ | CHF 12'713 | CHF 5'048 |
| Schwyz | SZ | CHF 12'878 | CHF 5'122 |
| Uster | ZH | CHF 18'151 | CHF 8'630 |
| Zürich | ZH | CHF 18'647 | CHF 8'890 |
| Winterthur | ZH | CHF 19'072 | CHF 9'113 |
Der Kantonsunterschied zeigt sich in jeder Paarung
Selbst die teuerste hier verglichene Schwyzer Gemeinde (Schwyz, CHF 12'878 alleinstehend) liegt deutlich unter der günstigsten Zürcher Gemeinde in dieser Auswahl (Uster, CHF 18'151), eine Differenz von CHF 5'273 pro Jahr. Für das Ehepaar mit zwei Kindern sind es CHF 5'122 (Schwyz) gegen CHF 8'630 (Uster), eine Differenz von CHF 3'508. Der Unterschied zwischen den Kantonen ist damit keine Eigenheit einzelner Gemeindepaare: Er zeigt sich bei jeder der hier verglichenen Kombinationen.
Die Streuung innerhalb eines Kantons
Innerhalb des Kantons Schwyz gelten unterschiedliche Steuersätze. Zwischen der günstigsten Gemeinde in unserer Auswahl (Freienbach, CHF 9'216) und der teuersten (Schwyz, CHF 12'878) liegen CHF 3'662 pro Jahr für die alleinstehende Person, fast so viel wie die gesamte gesuchte Kantonsdifferenz. Für das Ehepaar mit Kindern ist die Spanne innerhalb Schwyz sogar relativ grösser: Freienbach CHF 3'477 gegenüber Schwyz CHF 5'122, ein Unterschied von CHF 1'645, fast die Hälfte des Ausgangswerts.
Auf der Zürcher Seite ist die Streuung kleiner. Zwischen Uster (CHF 18'151) und Winterthur (CHF 19'072) liegen CHF 921 pro Jahr für die alleinstehende Person, CHF 483 für das Ehepaar mit Kindern.
"Ich ziehe in den Kanton Schwyz" ist damit noch keine vollständige Entscheidung. Ob innerhalb des Kantons Freienbach oder Schwyz gewählt wird, bewegt die Steuerrechnung fast so stark wie ein Kantonswechsel, jedenfalls in einer so engen Auswahl von Gemeinden. Wer nur den Kanton fixiert und die Gemeinde dem Zufall überlässt, verschenkt einen Teil der möglichen Ersparnis.
Familie mit Kindern: der Abstand wird kleiner
Für die alleinstehende Person ist der Abstand zwischen der teuersten Schwyzer und der günstigsten Zürcher Gemeinde CHF 5'273; für das Ehepaar mit zwei Kindern nur noch CHF 3'508 (Schwyz gegen Uster). Kinderabzüge und der Tarifverlauf wirken in beiden Kantonen, wenn auch nicht gleich stark. Der relative Vorteil von Schwyz bleibt erhalten, wird aber kleiner. Das deckt sich mit der Beobachtung aus dem Buttikon-Beispiel (siehe Buttikon oder Zürich?): der Steuervorteil von Schwyz fällt je nach Profil unterschiedlich aus.
Miete und Pendelweg ziehen meist in die andere Richtung
Wir rechnen hier keinen Mietvergleich zu einem Ergebnis zusammen: Die verfügbaren Zahlen haben eine unterschiedliche Basis. Für alle vier Schwyzer Gemeinden in dieser Auswahl liegt in der BFS-Mietstatistik nur ein Kantonsdurchschnitt Schwyz vor: CHF 1'719 pro Monat (2024), identisch für Freienbach, Lachen, Einsiedeln und Schwyz, weil keine gemeindespezifische Zahl existiert. Für Zürich und Winterthur gibt es dagegen städtespezifische Zahlen (CHF 1'739 bzw. CHF 1'535 pro Monat, 2022–2024), für Uster nur den Kantonsdurchschnitt Zürich (CHF 1'768).
Das bedeutet: Zürich-Stadt und Uster sind hier nicht direkt vergleichbar (Stadtwert gegen Kantonsmittel), und ein Vergleich "Schwyz-Kantonsmittel gegen Zürich-Stadtwert" sagt nichts über die tatsächlichen Mietpreise in Freienbach oder Einsiedeln. Genau davor warnt auch der Buttikon-Beitrag. In der Praxis ist Wohnraum am linken Zürichseeufer (Freienbach, Lachen) und erst recht in der Stadt Zürich eher teurer als in ländlicheren Gemeinden wie Einsiedeln oder Schwyz, dafür haben wir hier jedoch keine belastbare eigene Zahl. Für eine reale Wohnung immer die tatsächliche Miete in Zügle eintragen.
Der Pendelweg zieht in dieselbe Richtung: Wer im Kanton Zürich arbeitet und in Schwyz wohnt, zahlt in aller Regel ein zusätzliches Pendlerabo, das bei einem Umzug in die Nähe des Arbeitsorts ganz oder teilweise wegfallen kann. Zu welchem genauen Betrag das für eine bestimmte Strecke führt, hängt vom Tarifverbund und der Distanz ab. Siehe dazu den separaten Beitrag Pendelkosten: Verbundabo gegen Generalabonnement. Zu Fahrzeiten können wir grundsätzlich nichts sagen, da uns dazu keine Zahl vorliegt.
Eine Postleitzahl kann mehrere Gemeinden abdecken
Wie im Buttikon-Beispiel gilt auch hier: Eine Postleitzahl deckt manchmal mehrere Gemeinden ab, und Ortsteile gehören steuerlich zu ihrer Gemeinde, nicht zu einer bekannteren Nachbargemeinde. Wer eine Adresse in der March oder im Ausserschwyz sucht, sollte in Zügle die Gemeinde selbst eingeben oder die SBB-Haltestelle nutzen, statt sich auf die PLZ allein zu verlassen; sonst landet die Steuerrechnung womöglich in der falschen Gemeinde.
Was diese Zahlen nicht zeigen
- Miete und Pendelkosten sind hier bewusst nicht zu einem Endergebnis verrechnet: Die
verfügbaren Zahlen haben unterschiedliche Basis (Kantonsmittel gegen Stadtwert) und würden den Vergleich verfälschen.
- Einmalige Umzugskosten (Kaution, Umzugsfirma, Betreibungsauszug) fehlen hier
komplett; sie gehören separat betrachtet.
- Konfession/Kirchensteuer: Die Zahlen gelten für Personen ohne Konfession ("none").
Mit Kirchensteuer verschieben sich die Beträge in beiden Kantonen, aber nicht zwingend gleich stark.
- Nur sieben Gemeinden wurden hier verglichen; weitere Gemeinden in beiden Kantonen
können ausserhalb dieser Spannen liegen.
- Alle Zahlen gelten für das Steuerjahr 2026 und für Bruttoeinkommen CHF 130'000; bei
anderem Einkommen oder Jahr ändern sich die Beträge und womöglich auch die Reihenfolge.
- Nichts hier ist eine Steuer- oder Rechtsberatung, sondern eine Auswertung öffentlicher
Daten für ein bestimmtes Beispiel.
Selbst durchrechnen
Diese Zahlen gelten für ein Einkommen von CHF 130'000 und zwei bestimmte Profile. Mit dem eigenen Einkommen, der eigenen Miete und dem eigenen Pendelweg kann das Ergebnis anders ausfallen, und die Wahl der richtigen Gemeinde innerhalb eines Kantons kann fast so viel ausmachen wie der Kantonswechsel selbst: